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100 Jahre Kirchenchor St Marien St. Vit

Imposantes Konzert mit der Missa brevis Sancti Joannis de Deo in B

100 Jahre Kirchenchor St. Marien, St. Vit. Wie kann ein Chor so ein großes Jubiläum besser feiern, als mit einem Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart?

230 Gäste lauschten dem kurzweiligen Konzert, das neben den 28 Chorsängern durch die Solistin Elisabeth Schnippe, dem Organisten Dr. Rainer Schnippe, den jungen Musikern Magnus Leste und Martin Ihle an der Violine sowie Jonas Gaube am Violoncello bereichert wurde. Die Gesamtleitung lag in den Händen der St. Viter Chorleiterin Ulrike Hengstermann-Siefert. Seit nunmehr sieben Jahren leitet sie den Chor und schult die Mitglieder zudem als Stimmbildnerin. An der großen Kirchenorgel wurde das Konzert durch Rainer Schnippe mit dem Concerto in d-moll nach A. Marcelllo von Johann Sebastian Bach eingeleitet. Danach wechselte er nach unten in den Altarraum, wo die Truhenorgel von St. Aegidius stand. Der erste Vorsitzende des Chores, Hermann Josef Budde, bedankte sich bei den Gästen für die sehr große Resonanz, mit der sie nicht gerechnet hätten. Er verzichtete bei seiner Ansprache auf lange Ausführungen, weil er wollte mit seinen Worten das Konzert nicht unnötig in die Länge ziehen, damit die Gäste die Musik genießen können. Aus dem Dankliede zu Gott von Joseph Haydn „Die Himmel erzählen“ und „Nun beut die Flur“ zeigte der Chor schon gleich zu Beginn, wie intensiv er für diesen Auftritt geprobt hat. Rund zehn Monate zuzüglich eines intensiven Probenwochenendes in Hardehausen wurde der Aufführung dieses Konzertes gewidmet. Auch die Solistin Elisabeth schnippe passte wunderbar in das Bild und bereicherte das Programm ausdrucksstark. Den Mittelpunkt bildete die Missa brevis Sancti Joannis de Deo in B, einer der beliebtesten Messkompositionen, weil Haydn sogenannte Raffungstechniken dabei anwendete. Dahinter stand der Wunsch, die liturgische Handlung am Altar nicht aufzuhalten, sondern einen parallelen Ablauf zwischen Chorgesang und stillem Gebet des Liturgen anzustreben. So wurden im Gloria und Credo der Missa brevis in B unterschiedliche Sätze des liturgischen Textes in den einzelnen Chorstimmen gleichzeitig vorgetragen. Im Zentrum der kleinen Orgelmesse stand das Benedictus, dass von der Solosopranistin Elisabeth Schnippe in Begleitung der Orgel und dem Streichertrio, vorgetragen wurde. Eingerahmt wurde die Missa brevis von weiteren Werken von Bach und Mozart. Besonders schön am Ende war das Ave verum corpus von Wolfgang Amadeus Mozart. Und ohne eine Zugabe- auf die der Chor vorbereitet war- durfte das rund einstündige Konzert nicht enden. Gesungen wurde abermals das Ave verum corpus, nur dieses Mal vom britischen Komponisten Edward Elgar, der 100 Jahre später als Mozart das Stück vertonte.

Nach dem Konzert waren alle ehemaligen Dirigenten, die passiven Mitglieder, Abordnungen benachbarter Kirchenchöre und Ehrengäste zu einer kleinen Feierstunde ins Vitus-Haus eingeladen. Bürgermeister Theo Metteborg sprach ein Grußwort und auch Landtagspräsident André Kuper schickte dem Chor Glückwünsche per Post.

  W. Leskovsek W. Leskovsek