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Susanne Jehn ist beauftragt

Tote begaben und Trauernde trsten

Nun ist es offiziell. Nach einer fünfmonatigen Vorbereitungszeit, in der Susanne Jehn sich mit den Lehrbriefen des Würzburger Fernkurs beschäftigt hat, ist sie nun die erste ehrenamtliche weibliche Berufene für den Beerdigungsdienst der Kirche im Pastoralverbund Reckenberg. Sie wurde in der Vorbereitung von ihrem Mentor Pater Klaus Scheppe aus Paderborn unterstützt und nach einer Abschlussprüfung in Form eines Trauergespräches in Paderborn zugelassen. Im Rahmen des Hochamtes in ihrer Heimatgemeinde St. Pius wurde die 50-Jährige von Pfarrdechant Reinhard Edeler offiziell dazu beauftragt, Trauernde zu begleiten und Tote zu begraben. Keine leichte Aufgabe, doch in der Zeit, in der Susanne Jehn ehrenamtlich als Küsterin tätig ist, hat sie sich langsam an das Thema herangetastet und im Rahmen ihrer Tätigkeit als Wortgottesdienstleiterin häufiger auch schon Totengebete durchgeführt und dabei gespürt, dass sie gerne Menschen begleitet und ihnen Trost und Mut zusprechen und ein bisschen Hoffnung geben kann. In seiner Ansprache betonte der Pfarrdechant, dass das „Warum“ bei einem Trauerfall oft im Raum stehen würde. Eine Antwort könnten sowohl studierte Geistliche als auch Laien die das Charisma dazu haben, geben. Denn eine wirkliche Antwort darauf gebe es nicht, weil der Anfang und das Ende nicht in der Hand des Menschen läge jedoch aber wie wir sind und wer wir sein wollen. Trauerbegleiter müssten in der Lage sein Trost auszusprechen und Hoffnung zu vermitteln in einer für den Angehörigen manchmal ausweglosen Situation. Für ihn sei ein Beerdigungsdienst ein Liebesdienst am Nächsten.

Bei der Segnung bat er Gott darum, dass Susanne Jehn es aushält zu schweigen, wenn es nötig ist, die Kraft zu finden um zu trösten, die Bot schaft des Herrn vermitteln zu können und den nötigen Abstand für sich zu finden. Er überreichte ihr das offizielle Trauerbuch als Leitfaden für ihre Tätigkeit und von ihren Kollegen aus dem Pastoralverbund bekam sie das Dienstgewand. „Das Gewand ist ganz wichtig für uns bei den Begräbnissen, weil wir dadurch den nötigen Abstand bekommen“, erzählte Gemeindereferentin Claudia Becker nach dem Gottesdienst. Sie ist bereits seit einiger Zeit im Beerdigungsdienst tätig und zudem Mitglied im Ausbildungskurs für ehrenamtliche Laien. Susanne Jehn ist zunächst für drei Jahre beauftragt. Danach kann sie sich entscheiden, ob sie weitermacht, oder ob die Aufgabe sie psychisch zu stark belastet. 

W. Leskovsek Diakon Karl-Heinz Klaus, Gemeindereferentin Claudia Becker, Pater Klaus Scheppe und Mentor aus Paderborn, Pfarrdechant Reinhard Edeler, Susanne Jehn, Diakon Thomas Huneke, Gemeindereferentin Elisabeth Lengenfeld, Josef Altemeier, Pastor Rüdiger Rasche. Susanne Jehn wurde im Hochamt in der St.-Pius-Kirche offiziell zum Beerdigungsdienst im Pastoralverbund Reckenberg beauftragt. Sie ist neben Josef Altemeier die zweite im Pastoralverbund und die erste Frau, die das ehrenamtlich ausübt.