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Schutzkonzept überreicht

Pastoralverbund hat aus der Pflicht eine Tugend gemacht

 

Als besonders bemerkenswert bezeichnet Daniela Deittert die Tatsache, dass der Pastoralverbund Reckenberg aus der Pflicht eine Tugend gemacht hat und sich schon früh auf den Weg machte, um ein Schutzkonzept für den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu erstellen. Das fertige 30 Seiten starke Schriftstück wurde nun offiziell an Pfarrdechant Reinhard Edeler als Chef des Pastoralverbundes überreicht.

2010 gab es den ersten Anstoß, dass Kirche sich den Missbrauchsfällen stellt. Polizeiliche Führungszeugnisse wurden Pflicht. 2015 hat der Erzbischof die kirchlichen Rechtsträger aufgefordert, ein Schutzkonzept zu erstellen, das als Leitfaden für die Arbeit in der Kinder- und Jugendarbeit dienen soll, wie den katholischen Kindergärten, Jugendhäusern, Jugendverbänden, Vereinen aber auch im Bereich der Kommunion- der Firmvorbereitung. Von 2015 bis jetzt hat eine Gruppe, die sich aus dem Pastoralen hauptamtlichem Team, Claudia Mieszala als Leiterin des Jugendhauses von St. Aegidius, Julian Appelbaum als Jugendhausleiter von St. Pius und Daniela Deittert als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Jugendarbeit zusammengesetzt. Sie haben viel recherchiert, Menschen aus verschiedenen Bereichen befragt und sich mit Themen über den Kindermissbrauch hinaus beschäftigt. Dazu gehören Punkte wie Nähe und Distanz, Rituale, Umgang mit Regelverstößen, Nutzung von Medien, Beachtung der Intimsphäre, Sprache und Wortwahl, dem angemessenen Körperkontakt oder dem richtigen Umgang mit Konflikten. Das Hauptaugenmerk bei der Arbeit lag darin, Kindern und Jugendlichen einen Schutzraum zu bieten und deren Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Nichts wurde kopiert, sondern selber zusammengetragen, ganz individuell für den Pastoralverbund. Auch Stimmen der Kinder wurden mit aufgenommen und berücksichtigt. „Unser Anliegen war es, nicht nur darüber zu reden, sondern das Thema auch anzugehen, ohne es zu verdrängen“, erklärte Daniela Deittert. Die Jugendhäuser werden noch ein erweitertes separates Konzept erarbeiten, bei dem es um Fragen geht, ob die Räume kindgerecht gestaltet sind, wie man mit Regeln umgeht oder mit dem Thema Macht. Claudia Mieszala ist nun im pastoralen Raum „Pastoralverbund Reckenberg“ offiziell Präventionsbeauftragte. Prävention ist auch das Stichwort, denn es würde beim Schutzonzept um die Kultur der Achtsamkeit gehen, betont der Pfarrdechant. Er findet das Schutzkonzept sehr gut gelungen, doch sei es keine Entschuldigung dafür, was in der Vergangenheit passiert ist. „Es nimmt nicht Wut und Scham, den man empfindet, angesichts dessen was Mitbrüder Kindern angetan haben“, so Edeler. Deshalb sei es umso wichtiger das man wahrnimmt und hinschaut und achtsam wird. Alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen nun eine Selbstauskunftserklärung unterschreiben, die als letzte Seite im Schutzkonzept abgedruckt ist. Zudem gehört ein dreistündiger Lehrgang dazu, der aber schon seit geraumer Zeit Pflicht ist. „Ich habe gerade im Bereich der Kommunionvorbereitung die Erfahrung gemacht, dass die Teilnehmer das befürworten und sich sicherer fühlen im Umgang mit Kindern“, erklärt Gemeindereferentin Claudia Becker. Einmal im Jahr wird das Thema Prävention in der Kinderarbeit auf der Tagesordnung im Pastoralverbundteam stehen, um sich zu versichern, dass man auf dem richtigen Weg unterwegs ist.

W. Leskovsek

Pfarrdechant Reinhard Edeler bekommt das Schutzkonzept des Pastoralen Raum „Pastoralverbund Reckenberg“ von Daniela Deittert überreicht. Pastor Olaf Loer und Claudia Mieszala gehören zum Führungsteam, sowie auch Pastor Rüdiger Rasche, Gemeindereferentin Claudia Becker, Diakon Karl-Heinz Klaus und Jugendhausleiter St. Pius Julian Appelbaum.

 

 

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