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Karfreitagsliturgie erstmals gemeinsam

375 Jahre Kreuztracht in Wiedenbrck

Für Pfarrdechant Reinhard Edeler ist die Karfreitagsliturgie eine der schönsten des Jahres. Nicht zuletzt auch, weil es in Wiedenbrück die Tradition der Kreuztracht gibt, die seit deren Beginn vor genau 375 Jahren von den Franziskanerbrüdern in der Marienkirche Wiedenbrück organisiert wird. Viele Christen aus dem Pastoralverbund nehmen an der Kreuztracht tei W.Leskovsek l, doch im Anschluss teilte man sich bislang auf, um in der eigenen Kirche die Liturgie zu feiern.

 In diesem Jahr möchten man nunmehr gemeinsame Wege gehen. Alle katholischen Kirchen aus Wiedenbrück werden die Liturgie am Karfreitag zusammenfeiern, gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und der aramäischen Gemeinde, die traditionell schon immer dabei sind. Das heißt, dass nach der Kreuztracht durch die Altstadt die Katholiken nicht in ihre eigenen Kirchen gehen, sondern alle gemeinsam in der St. Aegidius-Kirche zusammenkommen. Die Chöre von St. Pius und St. Aegidius werden die Liturgie feierlich begleiten und Pfarrdechant Reinhard Edeler freut sich, dass sein lang gehegter Wunsch auch ein Wunsch der ausrichtenden Franziskaner Brüder ist und man eine Sprache spricht. Die Franziskaner gehören zur Pfarrei und das soll mit der gemeinsamem Karfreitagsliturgie auch deutlich werden, erklärt Bruder Korbinian, der auch froh ist bei der Organisation durch das Pastoralteam tatkräftige Unterstützung zu bekommen.

„Wir setzen hier ganz klar ein Zeichen der Einheit und erleben gemeinsam den Tag, am der das schwere Kreuz von einem Jesus-Darsteller durch die Stadt getragen wird und wir uns an das Leiden Jesu erinnern.

Die Kreuztracht beginnt am Karfreitag um 13 Uhr in der Marienkirche. Der Weg wird in diesem Jahr etwas anders sein, weil man nicht zurück in die Kirche der Franziskaner geht, sondern die Pfarrkirche. Die Gläubigen sind dazu aufgefordert Blumen mitzubringen, aus denen am Ende das Heilige Grab in der Turmkapelle gestaltet wird. Messdiener und Lektoren aus St. Pius und St. Aegidius werden zusammen den Dienst übernehmen. Auch am Gründonnerstag wird in der Aegidius-Kirche gemeinsam die Liturgie mit dem letzten Abendmahl gefeiert. Edeler will das Ritual der Altarabdeckung deutlich zelebrieren. Im Anschluss gibt es eine Prozession hinüber zur Marienkirche, wo die ganze Nacht die Möglichkeit zum Beten besteht. Einige Männer von St. Aegidius übernehmen die Nachtwache. Lediglich in den Dörfern Batenhorst und St. Vit wird es kleine Liturgiefeiern geben.

Für die drei Organisatoren Pfarrer Reinhard Edeler, Pastor Rüdiger Rasche und Bruder Korbinian soll die gemeinsame Karfreitagsliturgie auch kein Experiment sein, sondern eine Neukonzeption der Liturgie in der Karwoche. Der Grund sei auch nicht, dass die einzelnen Kirchen zu mager besucht waren in der Karwoche. „Der Einheitsgedanke soll über all dem schweben“, so Edeler.

W. Leskovsek