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Zukunft der Seelsorge im PV Reckenberg nach Weggang der Franziskaner

Perspektive nach den jngsten Entwicklungen in Sachen Kloster

Es ist mit allen traurigen Ereignissen so; auch wenn man sie erwartet und es einem klar ist, dass sie irgendwann kommen, wenn sie dann ausgesprochen sind und zu Fakten werden, tun sie weh. So ist es auch mit der Nachricht vom Kapitel der deutschen Franziskanerprovinz, die Bruder Korbinian aus Vierzehnheiligen mitgebracht hat: Unser Wiedenbrücker Franziskanerkloster wird in absehbarer Zukunft aufgelöst; die Franziskaner verlassen nach 375 Jahren in ca. zwei bis drei Jahren unsere Stadt. Uns, mit „uns“ meine ich nicht nur die Katholiken des Pastoralverbundes Reckenberg, sondern alle Mitbürger*innen Wiedenbrücks und der Region bleibt nur, diese gewiss nicht leichtfertig getroffene Entscheidung wehmütigen Herzens zu akzeptieren. Schon jetzt danken wir den Franziskanern für ihr unermüdliches Wirken in der Seelsorge und Pastoral in unserer Stadt und Region. Und schon jetzt garantieren wir Ihnen unser stets begleitendes Gebet.


Sie alle, wir alle haben nun viele Fragen: Wie wird es weiter gehen? Welche Lösungen werden sich finden, nicht nur bezüglich der Seelsorge und Gottesdienste, sondern auch bezüglich der Immobilien; was wird mit den Gebäuden des Klosters? Die Immobilienfrage ist gewiss einer der schwersten. Die Marienkirche ist im Besitz der Aegidiusgemeinde, die Klostergebäude sind im Besitz der Stadt und des Ordens. Bezüglich der Klostergebäude wird es Gespräche geben mit allen Beteiligten: Stadt, Franziskanerorden, Erzbistum Paderborn und Aegidiusgemeinde. Es werden sich für alle Beteiligten zufrieden stellende Lösungen finden.


Die Ma Marienkirche und "Patersbogen" (Foto: A. Kirschner) rienkirche, das darf ich Ihnen als Leiter des PVs Reckenberg versichern, wird ein geistiges Zentrum der Stadt und des Pastoralverbundes Reckenberg bleiben. Schon vor der traurigen Nachricht des Weggangs der Franziskanerbrüder hat der Kirchenvorstand Aegidius daher beschlossen, auch die Marienkirche mit einem behindertengerechten Portal zu versehen. Für diese mit ca. 60.000,-€ zu Buche schlagende Maßnahme erbitten wir, auch im Sinne der Franziskaner, Ihre Spenden.
Das Pastoralteam hat schon vor einiger Zeit ein Gottesdienstkonzept, auch vor dem Hintergrund, dass auch noch ein Diözesanpriester bis spätestens 2024 den PV verlassen wird, erarbeitet. 

Die Franziskaner sind bekanntlich mit einer 50% Bestellung in der Seelsorge im PV berufen. Es gilt also eine Lösung zu finden, wie mit einer um 1 ½ Priesterstellen reduzierten Personalbesetzung die Feier der Eucharistie in allen Kirchen und Kapellen des PVs Reckenberg gewährleistet sein wird. Das Konzept sieht vor, dass die Marienkirche ein Zentrum verlässlicher Werktagsmessen bleibt; will heißen: Auch zukünftig werden wir in der Marienkirche täglich von Montag bis Freitag um 9.00 Uhr die Eucharistie feiern. Die Messordnung für Samstag und Sonntag wie für die Feiertage werden wir Ihnen zu gegebener Zeit in Absprache mit dem Pastoralverbundsrat vorstellen. Natürlich wird es auch hier zu Veränderungen kommen, aber eines sei garantiert: Gemäß unseres Konzepts „Zentrale Verwaltung – dezentrale Pastoral“ wird es, bei „voller Besetzung“, wenn also beide Priester präsent sind, in allen Kirchen und Kapellen des PVs Sonntags eine Hl. Messe geben. Ebenfalls werden wir weiterhin in allen Kirchen die Sakramente der Taufe und der Trauung spenden. Gewiss wird es zu Änderungen bei Requien und Beerdigungen kommen; der gewohnte Zeitpunkt des Nachmittags wird nicht mehr durchgängig zu halten sein. Es wird zweifellos auch morgens Requien und Beerdigungen geben müssen.
W.Leskovsek Bezüglich der wichtigsten langen Traditionen, die mit der Präsenz der Franziskaner verbunden waren und sind, möchte ich Sie, aufgrund vieler Anfragen, auch beruhigen: Der Pastoralverbund wird die 375 Jahre alte Tradition der Kreuztracht am Karfreitag weiterführen; die Veränderungen in diesem Jahr, die Kreuztracht in St. Marien zu beginnen und in St. Aegidius weiter zu führen weist in diese Richtung. Die Wallfahrtstradition zum Gnadenbild der Gottesmutter werden wir weiter im Blick behalten. Alles Weitere wird sich zu gegebener Zeit finden. Wir werden Sie über alle Entwicklungen jeweils zeitnah informieren. Zunächst bleiben uns die Franziskanerbrüder ja noch erhalten, denn seitens der franziskanischen Provinzleitung gibt es noch keinen Zeitplan für den Klosterstandort Wiedenbrück.
Gott umarmt uns in der Wirklichkeit, und er fordert unsere Treue in den Herausforderungen der Wirklichkeit. So hilft kein Lamentieren, sondern es gilt diese Herausforderungen mutig und zuversichtlich anzunehmen. Unser Herr Jesus Christus liebt und begleitet seine Kirche genauso, wie vor rund 2000 Jahren, als er sie am Pfingstfest gegründet und in die Welt gesandt hat. Ich bin mir sicher, dass wir auch weiterhin gemeinsam in gegenseitigem Respekt, geprägt und geführt in Glaube, Liebe und Hoffnung, die Grundsäulen der Kirche, die Liturgie, die Weitergabe des Glaubens und die tätige Nächstenliebe leben werden. Vielleicht mehr denn je gilt für die Katholiken in Zukunft, nicht nur in Wiedenbrück:
Mutiger Einsatz unter Wahrung der Gelassenheit! Weder Passivität in pietistischer Jenseitsvertröstung noch blinder Aktivismus in ausbrechender Panik helfen uns weiter, sondern die tiefe paulinische Zuversicht: „Sie sind also Diener, jeder, wie der Herr es ihm gegeben hat: Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen.“ (1 Kor 3,5f)

In dieser Gewissheit grüße ich Sie, um Ihr Gebet für unseren Pastoralverbund und die Franziskanerbrüder bittend, auch im Namen des Pastoralteams. Wir wünschen Ihnen gesegnete Kar- und Ostertage

Ihr
Reinhard Edeler
Pfarrdechant