Das Neueste

Thlokomela

Afrikanischer Chor begeistert im Workshop

Es ist schon erstaunlich, wie viel Lebensfreude Menschen durch Gesang vermitteln können. Dem afrikanischen Chor Thlokomela ist es auf jeden Fall gelungen, nicht nur den Mitgliedern des heimischen Chors „Sparklings“, sondern auch anderen an afrikanischem Gesang Interessierten pure Lebensfreude zu vermitteln. Am vergangenen Samstag nahmen rund 30 Männer und Frauen an einem Workshop teil, um von den Mitgliedern des namibischen Chores „Thlokomela“ ein wenig mehr über den afrikanischen Gesang zu erfahren. Diese Lebensfreude entsteht durch den gemeinsamen Gesang, dem Spüren der Rhythmen und der Bewegung. Für zwei Monate sind die Sängerinnen und Sänger aus Afrika auf Deutschlandtournee. Sie sammeln bei ihren Auftritten Geld, um ihr Leben in Katutura, einem ehemaligen Township von Windhoek, zu bestreiten. Trotz Schulbildung und einer enormen Willenskraft gibt es nur wenig Möglichkeiten in ihrer Heimat Geld zu verdienen. Die heimische Chorgruppe Sparklings hatte Thlokomela um einen Workshop gebeten. Das lief über Tara (Leon Hansen), der eine Ausbildung in Gütersloh absolviert hat und nun in Rheda-Wiedenbrück lebt und mit den Sparklings regelmäßig singt. Den afrikanischen Chor leitet Dawid Hensel Sauber, kurz Kalu genannt. Er spricht nur englisch, aber Tara übersetzt all das, was die Workshop-Teilnehmer nicht verstehen. Esist gar nicht so viel was es zu verstehen gibt. Zuhören, den Rhythmus aufnehmen und mitsingen. Bei Tara gibt es nur hoch und tief und schief und er erntet dafür anerkennenden Applaus. Er will damit vermitteln, dass es der Spaß und die Freude sind, die im Mittelpunkt stehen, nicht der perfekt getroffene Ton. Drei L W. Leskovsekieder studierten die Workshop-Teilnehmer zusammen mit den Profis aus Afrika ein.

Sie singen zusammen, lernen die typisch afrikanischen Klick-Laute, die den Deutschen Teilnehmern nicht so leichtfallen, und üben eine kleine Choreografie ein. Am Abend bringen sie ihr Erlerntes in einem Konzert in der Kreuzkirche zu Gehör. Begeistert sind die Rheda-Wiedenbrücker von dem Zusammenhalt innerhalb des Chores Thlokomela. Der Name heißt übersetzt „Pass auf!“ Das Leben in den Siedlungen, in denen die Hütten aus alten Brettern, Plastik und Wellblech bestehen, ist nicht ganz ungefährlich. Schnell geraten insbesondere junge Menschen in eine Perspektivlosigkeit und rutschen in die Kriminalität. Da passt der Chorleiter Dawid Hensel Sauber auf und ist nicht nur eine Bezugsperson, sondern auch Ratgeber in der Not. Sein Haus ist für viele zu einem Zufluchtsort geworden. Die Gemeinschaft steht füreinander ein, kümmert sich gegenseitig und versucht durch Sprachkurse oder andere Fortbildungen den ärmlichen Verhältnissen zu entfliehen. Doch wenn die jungen Männer und Frauen singen und tanzen, dann vergessen sie all das. Dann sind sie in ihrer ganz eigenen Welt. Die Sparklings haben die Gäste privat bei sich untergebracht. Hartmut Lengenfeld fand diese Erfahrung sehr gut, weil auch die Gäste aus Afrika nicht nur fröhlich sind. Sie waren abends geschafft, weil sie ein strammes Programm zu absolvieren haben. Alleine am Pfingstwochenende hatten sie drei Konzerte zu bestreiten plus den Workshop. Eine feste Gage gibt es nicht. Sie arbeiten auf Spendenbasis. Die Wiedenbrücker waren spendabel. Rund 1000 Euro kam bei der Türkollekte zusammen.

     W. Leskovsek