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St. Marienkirche wird mit Leben gefüllt

Ein emotionales Glaubenszentrum

Im 12. Jahrhundert wurde durch die katholische Bürgerschaft in Wiedenbrück die St. Ursulakirche erbaut. 1644 hatte der Osnabrücker Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg den Franziskanerbrüdern die Seelsorge an der Marienkirche übertragen.  Die Kirche blieb jedoch Eigentum der St. Aegidius Pfarrei. Von da an hieß die Kirche zwischen Birnstraße und Mönchstraße Ursulakirche St. Marien. Umgangssprachlich bei den Wiedenbrücker gerne als Paterskirche bezeichnet.

Die letzten drei Franziskanerbrüder sind Ende Juni ausgezogen. Die St. Aegidius Pfarrei hat die St. Marienkirche zurückbekommen. Für Pfarrdechant Reinhard Edeler keine Last, sondern eher eine Bereicherung, weil diese Kirche zweifelsohne immer ein emotionales Glaubenszentrum war. Wer Sorgen und Ängste hat, der zündet in der Marienkirche eine Kerze an. Das war damals wie heute die Kirche, wo sich viele Menschen gut behütet wissen. Deshalb soll sie auf jeden Fall präsent bleiben und wie Edeler es bürokratisch ausdrückte „betriebsnotwendig“, mit all ihren versteckten Schönheiten, ihren Besonderheiten, ihrem Charme und eine Kirche bleiben für Gottesdienste aber auch emotionale Sakramente wie Hochzeiten. „Uns ist es wichtig, dass hier weiterhin Leben ist.  Deshalb soll nach und nach überlegt werden, wie sie „bespielt“ werden kann.                                                                                                                                           W. Leskovsek

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                              An Werktagen wird es immer dienstags, donnerstags und freitags um 9 Uhr Heilige Messen geben. „Sollte es mal irgendwann wieder so etwas wie Normalität geben, dann hoffe ich, dass es auch am Wochenende einen festen Gottesdiensttermin geben kann“, erklärt der Pfarrdechant. Seit Pfingsten haben dort keine Heiligen Messen mehr stattgefunden. Am kommenden Dienstag wird die Fatima Nationalmadonna für eine Woche im Zuge einer Pilgerreise in der Marienkirche sein. Sie war vor einigen Jahren schon mal in St. Aegidius.

Die Marienkirche sei schon immer eine Wallfahrtskirche gewesen. Das soll auf jeden Fall wieder gefördert werden. Die für die Kirche zuständige Küsterin Angela Bultmann, die seit drei Jahren die Linteler Kapelle betreut, zeigt ein Buch, in dem die Franziskaner seit 1930 jede Wallfahrtsgruppe dokumentiert hat. Auch sie findet es spannend diese Kirche als Küsterin zu betreuen. In der Sakristei befinden sich uralte handgefertigte Möbel mit vielen versteckten Fächern und Schubladen. Sie öffnet einen Schrank und dahinter befinden sich Schubladen für die Messunterlagen der Pastöre. Heute würde man so etwas Sozialfächer nennen. Auch viele alte, sehr aufwendig bestickte und verzierte Messgewänder hängen in den Schränken. Die Pater haben sie nicht getragen. Das passte nicht zu ihrer Lebensphilosophie. Edeler will nun in den Gottesdiensten immer mal wieder Schätze in den Mittelpunkt rücken wie besondere Kelche, Bilder, Medaillen und Gewänder.

Woran St. Aegidius auf jeden Fall festhalten möchte ist die Kreuztracht, die bleiben soll wie sie immer war. Auch die Silvestermitternachtsmesse soll weiter bestehen bleiben. Da Edler sich eine enge Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Kloster-Genossenschaft wünscht, soll es möglichst auch wieder den anschließenden Empfang im Kloster geben. Angela Bultmann wünscht sich, dass die vielen Ehrenamtlichen sich weiter verbunden fühlen und ihr zur Hand gehen. „Ich bin da sehr offen und dankbar für jede Unterstützung, weil ich hier vieles noch gar nicht kenne“, betont sie. Insbesondere wenn es daran geht, die Krippe aufzubauen, wird sie Unterstützung benötigen.

W. Leskovsek W. Leskovsek