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Schwester Gudrun Goldmann verstorben

60 Jahre lang in Simbabwe ein Segen fr die Menschen gewesen

 

Schwester Maria Gudrun Goldmann hat ihr Leben den Menschen gewidmet, denen es nicht so gut geht und zu den Ärmsten der Armen zählen. Mit dem intensiven Wunsch ein Segen für die Menschen zu sein, lebte sie den weitaus größten Teil ihres 60-jährigen Ordenslebens in Simbabwe, wo sie als ausgebildete Schneidermeisterin viele Jahrzehnte als Lehrerin tätig war. Dort konnte sie sogar eine Schule und einen Kindergarten bauen, Dank finanzieller Unterstützung aus ihrer Heimat Wiedenbrück. Am 15. August verstarb die Missionsschwester Maria Gudrun Goldmann im Alter von 81 Jahren im Missionshaus Neuenbeken, wo sie die letzten fünf Jahre verbrachte.

Geboren wurde sie am 29. August 1938 in Wiedenbrück. Nach der Schule erlernte sie den Beruf der Schneiderin. Im April 1958 trat sie mit 19 Jahren in Neuenbeken in die Kongregation vom kostbaren Blut ein und legte 1964 ihre Ewige Profess ab. Zunächst war sie heimatnah tätig. 1977 kam sie über Heilig Blut nach Bulawayo im damaligen Rhodesien. Sie lernte Englisch und gab sehr bald dort Nähkurse.  1983 wurde sie nach Monte Cassino versetzt um zu unterrichten. Sie hatte zwar keine Lehrerinnen-Ausbildung, konnte aber aufgrund der langjährigen Unterrichtung von Analphabeten erreichen, in den Lehrerstand aufgenommen zu werden. Das berechtigte sie zum Unterricht, was auch ein entsprechendes Gehalt zur Folge hatte. Aus ihrer Heimat erhielt die fleißige und kreative Schwester Unterstützung durch die Ökumenische Aktion Eine Welt und durch den Afrikastand der St. Aegidius-Gemeinde Wiedenbrück auf dem Christkindlmarkt. Ein Teil des Erlöses kam regelmäßig der Missionsschwester in Simbabwe zugute. So konnten zudem Klassen eingerichtet werden, Nähmaschinen gekauft und Schulspeisungen finanziert werden. Bis zum 70. Lebensjahr unterrichtete sie noch Schülerinnen und Schüler. Da es ihr gesundheitlich nicht mehr so gut ging, musste sie 2015 nach Deutschland zurückkehren. An eine Rückkehr nach Simbabwe war nicht mehr zu denken. So wurde sie in die Deutsche Provinz versetzt und lebte auf der Krankenstation im Missionshaus. Die plötzliche Untätigkeit viel ihr nicht leicht. Ihr Einsatz als Missionsschwester vom kostbaren Blut war vollen der Simbabwe Provinz zum Segen geworden, weil sie dort nachhaltig so viel Gutes geleistet und eine tiefe Lücke hinterlassen hat. Mit vielen ihrer ehemaligen Schülerinnen in Simbabwe trauert auch ihre Schwester in Rheda-Wiedenbrück.

privat

Foto: Schwester Gudrun Goldmann mit einem vierwöchigen Säugling auf dem Arm. Die Kinder lagen der kreativen Frau immer am Herzen. Aus ihrer Heimat Rheda-Wiedenbrück erfuhr die Missionsschwester über Jahrzehnte finanzielle Unterstützung für ihre Projekte.