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Die Zukunft von St. Pius

Antworten auf viele Fragen

ber die Zukunft von St. Pius haben Sie in letzter Zeit immer wieder gehrt oder gelesen. Manches stand in der Zeitung, anderes wurde erzhlt, manches davon stimmt, anderes nicht. Wir mchten Sie  mit diesem Brief, in dem wir hufig gestellte Fragen aufgreifen, auf einen aktuellen Stand bringen – und hoffen, dass wir wenigstens Ihre drngendsten Fragen damit beantworten knnen.

Ich habe gehrt, die Piuskirche wird verkauft oder abgerissen. Stimmt das?

Weder ein Verkauf noch ein Abriss der Piuskirche wird aktuell in Erwgung gezogen. Richtig ist aber, dass es nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland auf Dauer deutlich mehr Kirchen gibt als tatschlich bentigt werden. Sofern Kirchen dann nicht anderweitig genutzt werden knnen ist ein Verkauf oder Abriss dann mitunter unausweichlich. Wir hoffen aber und werden uns dafr einsetzen, dass dieses Schicksal die Piuskirche erspart bleibt.

Aha. Und darum wollen Sie aus der Piuskirche eine Sporthalle machen?

Nein, wir wollen aus der Piuskirche keine Sporthalle machen. Aber wir denken darber nach, wie wir die Kirche zuknftig auch anders nutzen knnen – um sie als Ort des Glaubens und der Gemeinschaft zu erhalten. Deswegen denken wir darber nach, welche anderen Dinge in einer Kirche stattfinden knnen. Das knnten Konzerte sein, aber auch ein Weihnachtsmarkt oder bei schlechtem Wetter das Pfarrgemeindefest. Moderne Gottesdienste natrlich. Aber vielleicht wollen wir in unserer Kirche zuknftig auch tanzen oder ein Trampolin aufstellen? Ehrlich gesagt wissen wir das noch nicht, und auf uns kommen daher noch viele spannende Gesprche und Entscheidungen zu.

Kann die Piuskirche nicht einfach eine „normale“ Kirche bleiben?

Kann sie. Aber dann wird man irgendwann einmal feststellen, dass wir allein in Wiedenbrck drei „normale“ Kirchen haben, obwohl eine einzige ausreicht. Zwei dieser Kirchen, St. Aegidius und die „Paterskirche“ sind von historischer Bedeutung. Man kann sich leicht ausrechnen, dass dann St. Pius diejenige Kirche sein wird, die nicht mehr bentigt wird. Darum ist es uns wichtig, unserer Kirche frhzeitig eine neue Funktion und ein Alleinstellungsmerkmal zu geben. Etwas, dass diese Kirche so besonders und so einzigartig macht, dass man sie nicht ohne weiteres schlieen kann.

Und all das nur, weil Pastor Rasche versetzt wird? St.Pius

Dass Pastor Rasche die Piusgemeinde und den Pastoralverbund Reckenberg verlsst finden wir alle sehr traurig. Sein Weggang wird ein sprbarer Verlust fr uns alle sein. Die Versetzung von Pastor Rasche steht mit den berlegungen zur Vernderung der Kirche aber nur scheinbar in einem Zusammenhang. Es war schon lnger klar, dass auf absehbare Zeit einer der drei Priester den Pastoralverbund verlassen muss. Und ebenso klar war, dass die Zahl der Kirchenbesucher weiter zurckgehen wird. Die berlegungen zur Vernderung der Kirche sind daher schon lter, sie wurden jedoch mit der Ankndigung des Stellenwechsels ein wenig konkreter.

Aber die Piusgemeinde wird doch aufgelst, weil Pastor Rasche uns verlsst. Dass das Pfarrbro geschlossen wird, steht doch auch schon fest.

Stimmt, das Pfarrbro St. Pius wird es nicht mehr lange geben, aber fr eine Gemeindefusion gibt es im Moment noch keine konkreten Plne. Aber der Reihe nach: Tatsache ist, dass das Pfarrbro St. Pius vermutlich im Sommer 2022 geschlossen wird. Nicht weil Pastor Rasche uns verlsst, sondern weil dann das neue Verwaltungszentrum am Kirchplatz fertig sein wird. Dort befindet sich dann ein zentrales Pfarrbro fr alle Gemeinden. Und weil St. Pius sehr nah dran liegt lohnt es sich nicht, an der Heidbrinkstrae noch eine Nebenstelle zu unterhalten. In Langenberg sieht das anders aus, deswegen wird es dort ein sogenanntes Kontaktbro geben. Die einheitliche Verwaltung bedeutet aber nicht automatisch, dass die Gemeinden zusammengelegt werden.

Aber man hrt doch schon seit Jahren, dass es bald nur noch eine groe Gemeinde geben wird.

Stimmt, das ist immer wieder im Gesprch. Irgendwann wird das auch sicherlich so kommen. Wann und unter welchen Bedingungen das aber sein wird, steht heute noch nicht fest. Die Zusammenlegung von selbststndigen Kirchengemeinden ist ein rechtlich komplexer Vorgang, den man nicht „mal eben“ macht. Und die Zusammenlegung so zu gestalten, dass die Menschen in den Gemeinden ihre „Glaubensheimat“ behalten, sich weiterhin angenommen und zugehrig fhlen, ist noch viel schwieriger. Im November finden die Wahlen fr den Kirchenvorstand und den Pfarrgemeinderat statt. Wer dann gewhlt wird, wird sich mglicherweise mit diesen entscheidenden Fragen einer Gemeindefusion beschftigen mssen – und natrlich der Frage, welche Art von Kirche die Piuskirche zuknftig sein wird. Es lohnt sich also whlen zu gehen – oder sich whlen zu lassen.

Womit wir wieder bei der eigentlichen Frage sind: Was passiert denn nun mit der Piuskirche? Und wann? Und wer entscheidet das? Und kann ich dabei mitreden?

Wir, also der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand, haben so etwas auch noch nicht gemacht. Insofern ist der Weg, aus einer „normalen“ Pfarrkirche eine „neue Art von Kirche zu machen“ auch fr uns Neuland. Wie schnell oder langsam das gehen wird, wissen wir auch noch nicht. Der Kirchenvorstand ist Herr ber Geld und Immobilien, daran fhrt schon mal kein Weg vorbei. Der Pfarrgemeinderat kmmert sich um die pastoralen, religisen und spirituellen Fragen und die Pius-Gemeinschaft als Ganzes – ohne den geht es also auch nicht. Wenn wir unsere Kirche verndern, betrifft das alle anderen Gemeinden im Pastoralverbund automatisch auch, deswegen wird auch deren Meinung wichtig sein. Und mal ehrlich:  In der katholischen Kirche geht natrlich gar nichts ohne die Pfarrer und Priester vor Ort. Und am Ende muss der Erzbischof in Paderborn auch noch seinen Segen geben – und hoffentlich das dafr notwendige Geld. Und wenn wir all das gemacht haben, ohne Sie, die Menschen in St. Pius nach Ihrer Meinung zu fragen, dann war vielleicht alles umsonst. Und deswegen fangen wir bei Ihnen an! Ja, Sie knnen mitreden. Ihre Meinung, Ihre Ideen sind ganz ausdrcklich erwnscht. Wie das passieren kann finden Sie am Ende dieses Briefes.

Was ist denn mit dem Gemeindehaus? Mssen wir uns darum auch Sorgen machen?

Aktuell ist eine Schlieung, ein Abriss oder ein Verkauf des Piushauses kein Thema. Selbst in Gedankenspielen, in denen die Kirche verkauft wrde, stand das Piushaus nie zur Disposition. Dafr ist da viel zu viel los. Dank Ihnen! Weil Sie und die vielen anderen Menschen in St. Pius eine so aktive Gemeinde sind ist vollkommen klar, dass das Gemeindehaus nicht geschlossen werden kann. 

Aber stimmt es, dass der Offene Treff im Jugendhaus geschlossen werden soll?

Richtig ist, dass es ein Konzeptpapier der Jugendhausleiter von St. Aegidius und St. Pius gibt, in dem ber eine Zusammenlegung beider Jugendhuser nachgedacht wird. Bevor wir uns aber mit dieser Frage beschftigen, muss erstmal klar sein, was mit der Kirche passiert. Es wre ja schlielich bld, wenn in der Kirche zuknftig ganz viele spannende Sachen fr Kinder und Jugendliche stattfinden sollen – und dann kein Jugendhaus mehr in der Nhe ist. Darum haben wir diese Frage erstmal zurckgestellt. Aktuell ndert sich erstmal nichts.

Wie kann ich mitmachen? Was mache ich denn jetzt mit all meinen Ideen? Und wem stelle ich meine Fragen? Und wo kann ich mich melden, wenn ich an der Idee einer „neuen Piuskirche“ mitarbeiten will?

Wir sagen erst mal Danke, dass Sie uns bis hierher zugehrt haben. Auch wenn es zunchst nur ein Brief ist. Wir hoffen, dass wir uns  bald wieder ganz normal treffen knnen. Dann mchten wir uns mit Ihnen unterhalten – vielleicht in der Kirche oder im Gemeindehaus. Von Angesicht zu Angesicht. Und wir sind gespannt zu erfahren, welche Wnsche Sie fr die Piuskirche haben. Und welche Ideen Sie ganz furchtbar finden wrden. Wenn Sie daran teilnehmen mchten: Sagen Sie uns schon jetzt Bescheid: Per E-Mail oder im Pfarrbro. Wir informieren Sie dann, sobald entsprechende Termine feststehen.

Sie knnen uns auch jetzt schon sagen, was Sie wollen, welche Ideen Sie haben oder was Ihnen Sorgen bereitet. Schreiben Sie uns. Einen Brief, adressiert an „Zukunft Pius“, den Sie im Pfarrbro oder im Gemeindehaus in den Briefkasten werfen knnen oder eine E-Mail an ZukunftPius@pv-reckenberg.de. Wir versprechen, alles zu lesen, aber vielleicht werden wir nicht alles beantworten knnen.

Sicher ist, es wird ein kein ganz einfacher Weg. Wie auch immer die Piuskirche in Zukunft aussehen wird: Manchen von Ihnen wird es zu modern sein, andere htten es gerne viel fortschrittlicher. Diese Widersprche werden wir aushalten mssen. Seien Sie dabei bitte fair mit uns. Wir versprechen Ihnen dafr, dass wir keine Entscheidung leichtfertig fllen werden und versuchen, zwischen allen Interessen abzuwgen.

Die Vernderungen, die auf uns als Gemeinde, auf uns als Kirche zukommen, sind gro, vielleicht grer als wir es uns im Moment vorstellen knnen. Das wird keine Aufgabe fr einige wenige, das wird ein Kraftakt fr die ganze Gemeinde. Und das ganze unter wirklich schwierigen Rahmenbedingungen. Aber mal unter uns: Groe Aufgaben haben uns in St. Pius doch noch nie Bange gemacht. Eine weniger anspruchsvolle Aufgabe wrde uns echt unterfordern, oder nicht? Packen wir es also gemeinsam an!

Schne Gre aus St. Pius!

Holger Kardinahl, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats