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Johanna Vering unterstützt den Beerdigungsdienst im Pastoralverbund

Kann mit dem Thema Tod gut umgehen

Die Langenbergerin Johanna Vering wurde im Rahmen eines Gottesdienstes durch Pfarrdechant Reinhard Edeler als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Begräbnisdienst des Pastoralverbundes Reckenberg beauftragt. Vering ist eine vom Fach, hat Theologie in Freiburg studiert und war danach als Pastoralreferentin im Odenwald tätig. Dort war sie bereits im Beerdigungsdienst involviert und konnte gute und wichtige Erfahrungen sammeln. „Ich kann mit dem Tod gut umgehen, weil er zum Leben dazu gehört“, erklärt sie. Sie hätte schon in ganz jungen Jahren, als ihre eigenen Großeltern verstorben sind, gelernt, dass eine Beerdigung auch wie ein Fest gesehen werden kann, dass man dem Verstorbenen bereitet. Ihre Eltern hätten sie immer mit einbezogen in den Tod eines nahen Verwandten und sie nie außen vorgelassen. Dafür sei sie heute sehr dankbar. Seit zweieinhalb Jahren lebt die zweifache-in wenigen Tagen dreifache- Mutter mit ihrer Familie wieder in ihrem Heimatort Langenberg auf einem Mehrgenerationenhof.

Di akon Karl-Heinz Klaus hatte sie vor einiger Zeit angesprochen, ob sie sich vorstellen könne, den Beerdigungsdienst im Pastoralverbund als ehrenamtliche Mitarbeiterin zu unterstützen. „Da habe ich nicht lange überlegen müssen, weil ich weiß, dass mir das liegt und ich guten Rückenhalt durch meine Familie habe, die mir dann die Kinder abnimmt. Sie könne gut zuhören, sich in Lebenssituationen einfühlen und sich auch in der Regel schnell ein Bild vom Charakter der verstorbenen Person machen können. „Ich bin der Meinung, dass die Verbindung von Leben und Tod gefeiert werden muss. Jedes Leben ist es wert, gewürdigt zu werden“, betont sie. Sie ist sich durchaus bewusst, dass das Team mit den hautberuflichen Geistlichen, den Diakonen, den Gemeindereferenten und den Ehrenamtlichen Qualität liefern muss. „Da müssen wir uns die nötige Zeit nehmen, um dem Verstorbenen und seinen Angehörigen gerecht zu werden“, erklärt sie. Wenn Angeghörige  später sagen, dass sie voll und ganz im Sinne des oder der Verstorbenen gehandelt  und die Persönlichkeit mit allen Stärken und Schwächen getroffen hätten, dann sei das für sie das schönste Kompliment.

Rund 200 Beerdigungen finden im Jahr im Pastoralverbund Reckenberg statt. Bislang hat Pastor Rüdiger Rasche rund 100 davon übernommen. Das ist aber bald vorbei, weil er in einem halben Jahr nach Paderborn versetzt wird. Deshalb ist es umso mehr wichtig, dass es genügend Ehrenamtliche gibt, die diese Aufgabe, die durchaus schön und bereichernd sein kann, wie Claudia Becker betont, übernehmen. Mit Johanna Vering sind es neben Gudrun Bauer und Susanne Jehn noch Elisabeth Lengenfeld und Claudia Becker, die als Frauen dieses Amt ausüben. Bislang hätte noch niemand gesagt, dass er das nicht möchte. Becker meint sogar, dass es Angehörige gibt, die das durchaus sympathisch finden, wenn eine Frau das übernimmt. Was genau der jungen Mutter, die demnächst starten möchte, an der Tätigkeit so gut gefällt, kann sie schnell beantworten. „Man bekommt unglaublichen Respekt davor, was Menschen in ihrem Leben geleistet haben und mit welchen Schicksalsschlägen sie manchmal leben mussten“, erklärt sie. Sie wisse aus ihren Erfahrungen als Pastoralreferentin, dass ihr das liegt, weil sie über eine gesunde psychische Belastbarkeit verfüge, gut reden und zuhören und generell mit dem Thema Tod gut umgehen könne. Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe, die sie auch als dreifache Mutter gut ausüben könne.

W. Leskovsek In der St. Lambertus-Kirche in Langenberg gibt es eine Erinnerungsecke für Verstorbene aus der Gemeinde. Elfriede Langewender trägt in feinster Schönschrift die Namen der Verstorbenen in ein dickes Buch ein. Zudem kann man dort Kerzen anzünden oder beten. Diese Stelle in der Kirche mag Johanna Vering besonders gerne, weil Kerzen auch das Licht der Hoffnung sind. Gemeindereferentin Claudia Becker war die Mentorin der neuen Kollegin, die ihr zwar inhaltlich nicht mehr viel beibringen musste, aber die verschiedenen Friedhöfe und Örtlichkeiten zeigen und mit den Bestattern bekannt machen konnte.