Spirituelles

Gebet im Monat Februar

"Helau - meine Seele!"


Liebender Gott…

Des Narren Leid und des Karnevalsmuffels Freud:
In diesem Jahr ist sie relativ kurz, die Karnevalssession!

Da muss man schon Gas geben mit „Helau und Alaaf“

Interessant:
Der Narrenruf „Helau“ leitet sich ab vom etwas angestaubten Adverb: „hellauf“!
Zusammengesetzt aus dem Partikel „auf“ und dem Adverb „hell“ bedeutet es so viel,
wie „hell auflachen“
Vielleicht konnten die feuchtfröhlichen Narren den Labiallaut „F“ nicht mehr recht aussprechen
wie sie das Doppel „L“ nicht mehr hinbekamen
und beide fielen schlicht dem flinken Frohsinn zum Opfer,
sodass aus „hellauf“ ein „Helau“ wurde!
Es sei von Herzen gegönnt.

Und das „Kölle Alaaf“ heißt eigentlich nichts anderes als:
„Alles Auf! Platz da! De kölsche Jecke komme…!“ 
Auch dieses propere närrische Selbstbewusstsein sei gegönnt.

Ist es anmaßend, wenn ich beides zum Gebet mache?

Wenn ich vor Dankbarkeit über deine Liebe trunken bete:
„Helau – hellauf meine Seele, denn Gott will in dir wohnen!“

Wenn ich allem, was dein Ankommen in meinem Herzen blockiert den klaren Auftrag gebe:
„Alles auf! Alaaf! Gott will Einzug halten!“

Ist in diesem Sinn der Aschermittwoch gar nicht der Tag, an dem alles vorbei ist,
sondern der Tag, von dem an es in der Fastenzeit, wenn natürlich auch „vollauf“ ausgesprochen heißt:

„Hellauf mein Herz und hellauf meine Seele!
Jesus will zu euch kommen,
in euch Einzug halten!

Alles auf, alles fort, was ihn daran hindern mag,
euch zu erfüllen!“

Vielleicht ist das mal eine ganz andere Übersetzung von
„Hosianna, hoch gelobt sei der, der da kommt im Namen des Herrn!“
wenn ich bete:

Hellauf und Alles auf, begeistert euch und schafft Platz für den,
der da kommt im Namen des Herrn!

Lass mich, närrisch oder weniger närrisch, auf jeden Fall intensiv,
den Februar dafür nutzen, o Herr!

AMEN

(Reinhard Edeler)