Spirituelles

Gebet im Mai

Hinweiserin - Maria

„Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn…“

So singen wir in einem alten Marienlied,
nicht nur im Marienmonat Mai!

Maria, kann ich das?
Und, so frage ich mich, willst du das überhaupt?

Kann ich dich lieben, wie ich einen Menschen liebe, der mir wichtig ist?
Liebe bedeutet, sich gänzlich zu überlassen;
sich selbst loszulassen.

Bei einem „konkreten“ Menschen fällt mir das schon schwer genug,
und doch will ich es immer wieder wagen,
weil die Liebe allein Wunden heilt.

Doch manchmal scheinst du mir so weit weg, Maria,
entweder mit deinem toten Sohn im Schoß,
oder mit Krone und Ornat geschmückt,
gar nicht so recht das darstellend,
was mich gerade innerlich bewegt.

Stimmt das?
Ist nicht viel wesentlicher, dass ich dich bewege,
dass meine Zweifel, meine Freuden, ja mein Leben dich bewegt?

Es gibt ja nichts an auf und ab im Leben, was du nicht erlebt hättest!

Ich bin mir sicher, Maria, dass du gar nicht willst, dass ich dich liebe,
sondern dass ich deinen Sohn liebe.

Dein ganzes irdisches Leben war ein Hinweis auf IHN!

Deine Liebe ist eine hinführende und hinweisende Liebe!

So nimm mich, nicht nur im Mai an deine Hand
Und führe mich zu deinem Sohne!

In deiner nüchternen, liebenden Art!

In diesem Sinne will ich dich lieben,
weil du mich zu wahren und eigentlichen Liebe führst:
Zu IHM!

Maria mit dem Kinde lieb,
Uns allen deinen Segen gib!

AMEN

(Reinhard Edeler)