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Heiligenhäuschen entsteht

Familie Fortmann gibt dem Straßennamen wieder Sinn

Das Fundament ist bereits gegossen und im September dieses Jahr soll es fertig sein, dass Heiligenhäuschen am Heiligenhäuschenweg in Rheda-Wiedenbrück. Damit möchten Jürgen und Gerlinde Fortmann ihrer Straße das Zurückgeben, was ihr ursprünglich mal zu diesem Namen verholfen hat. Der letzte Bildstock an der ehemaligen früheren Handelsroute musste in den 1930er Jahren dem Bau der Autobahn weichen. Für den 49-jährigen Bäckermeister am Kiebitzhof in Gütersloh, Jürgen Fortmann und seiner Frau Gerlinde gab es gleich mehrere Gründe, für den Bau eines Heiligenhäuschens. Auf ihren regelmäßigen Ausfahrten mit dem Radfahrclub haben sie oft unterwegs Pause an Heiligenhäuschen gemacht. „Meistens ist eine Bank dabei und wir haben schon oft gedacht, wie schön so ein Ort ist“, erzählt Gerlinde Fortmann. Als sie vom Radfahrclub mal vom Heiligenhäuschenweg aus gestartet sind, standen alle im neu angelegten Wendehammer und dabei entstand die Idee, an der Stelle ein Heiligenhäuschen zu bauen und somit auch dem Straßennamen wieder einen Sinn zu geben.

Der Wendehammer ist zwar vom Ansatz her gut, aber gepflegt sieht es hier nicht aus und irgendwie ein Stück weit unfertig“, erklärt Fortmann. Seine Radsportfreunde hatten sofort Hilfe zugesagt und so wurde aus der Idee ein konkreter Plan. Der Architekt Matthias Nopto aus Herzebrock-Clarholz hat einen Entwurf gezeichnet für den 240 Zentimeter hohen und 110 Zentimeter breiten Sakralbau. Die Stadt hat ihr Okay gegeben und Fortmanns haben bereits einen Gestattungsvertrag unterschrieben. Dieser besagt, dass sie das Häuschen auf städtischem Grund aufstellen dürfen, aber das Gebäude sowie das Umfeld pflegen müssen. Das wollen die Fortmanns gerne machen, denn neben ihnen stehen auch ihre drei Kinder und Vater Alwin Fortmann, der mit seinen 79 Jahren am längsten von fast allen Nachbarn dort wohnt, hinter der Sache.

W. Leskovsek Seitdem die Tageszeitungen erstmals davon berichteten, hat das eine Welle des allgemeinen Interesses ausgelöst. Ein Bauunternehmer hat den Beton für das Fundament gestiftet, der heimische Schmied Robert Simorra will das Gitter anfertigen, dass die Heiligenfigur schützen soll, und die Holzbildhauerei Löppenberg würde gerne die Figur zur Verfügung stellen. Eine Bank möchte auch schon jemand stiften und um die Solarbeleuchtung kümmert sich einer der Söhne. Mit so viel Unterstützung hatten sie gar nicht gerechnet. Was für eine Figur letztendlich das Häuschen zieren soll, steht noch nicht fest. „Wir haben ja keinen Anlass wie es früher üblich war beispielsweise nach einem Krieg, zum Gedenken der Mutter oder nach einer heil überstandenen Katastrophe“, so Fortmann. Sie wollen mal schauen, welche Figur am besten passt. Ihnen ist es wichtig, dass ein Ort zum Innehalten und der Begegnung entsteht und wo ein jeder für sich mal kurz eine Auszeit nehmen kann.

W. Leskovsek Pfarrdechant Reinhard Edeler vom Pastoralverbundes Reckenberg, findet den persönlichen Einsatz von Familie Fortmann sehr lobenswert, weil sie nicht nur dem Heilgenhäuschenweg eine Legitimation für dessen Namen zurückgeben, sondern auch ein Zeugnis des persönlichen Glaubens geben. Er freut sich, das Heiligenhäuschen nach der Fertigstellung segnen zu dürfen als Ort des Zuspruches Gottes.