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Erste Liturgiewerkstatt im Pastoralverbund

Ist unsere Liturgiefeier noch zeitgem?

Mit dem wichtigen Thema Liturgie hat sich der Pastoralverbund Reckenberg im Rahmen der „Ersten Liturgiewerkstatt“ intensiv beschäftigt. 24 interessierte Menschen, die zum Teil ehrenamtlich in der Kirche tätig sind oder aber generell Interesse daran haben, das Thema zu überdenken, nahmen an der Tagung teil. Was ist Liturgie? Eine Lebensäußerung der Kirche, eine Aktionsgemeinschaft von Christus und seiner Kirche oder eine Schicksalsfrage der Kirche? Schulnoten wurden vergeben für die Mystik, für Kult, für Ästhetik, Sprache, Musik, Ort und Zeit der Liturgie. Dabei war es Pfarrdechant Reinhard Edeler wichtig, dass die Teilnehmer keine Tabus kennen, sondern ehrliche Antworten geben. Es sollten neue Ideen zusammengetragen werden, ohne jedoch Bewährtes aufzugeben. „Wir haben für die nächsten Jahre ein anspruchsvolles Ziel und möchten die Feier der Liturgie, die Formen und Arten in den Blick nehmen, Neues wagen, Bewährtes aufrechterhalten und die Bedürfnisse der Menschen beachten“, gab Edeler allen als Hilfe bei ihren Überlegungen mit auf den Weg.

Schnell kam heraus, dass beispielsweise die Uhrzeiten der Gottesdienste am Sonntagmorgen teilweise bereits um 9 Uhr nicht mehr in das Lebensbild der Menschen passen. Vieles hat sich schleichend verändert und Kirche muss sich anpassen, darüber waren sich alle einig. Es wurde auch intensiv darüber diskutiert, ob Gottesdienste immer zwangsläufig in der Kirche stattfinden müssen oder ob Kirche zu den Menschen kommen kann. „Wir können doch durchaus auch mal einen Gottesdienst in einem privaten Raum feiern oder wie wir im Sommer gesehen haben auch mal in einer Gärtnerei oder auf einem Sportplatz“, erklärte Edeler. Wichtig sei, dass die Faszination eines Gottesdienstes erhalten bleibt, dass es kein Event wird, sondern eine Liturgie, aus der man Kraft, Trost, Sicherheit oder Mut schöpft. In kleinen Arbeitsgruppen wurden viele Anregungen gesammelt, die nun erst einmal ausgewertet werden. Auf Dauer sei es nicht mehr möglich, die Anzahl der Gottesdienste so aufrecht zu erhalten, erklärte Edeler. Wenn das Franziskanerkloster geschlossen wird, fallen wieder Geistliche aus, die bislang eine wichtige Unterstützung sind. Das Thema Mobilität kam auch zur Sprache. Was machen Menschen, die nicht mehr mobil sind, aber gerne zum Gottesdienst möchten und es vor der Tür keinen gibt?

Kann man Fahrdienste einrichten? Oder auch die Frage, warum der Gottesdienst Sonntagsvormittags oder Samstagsavend sein muss, wurde erörtert. Sicherlich würde das ein längerer Prozess werden, doch kleine Schritte könnten auch jetzt schon nach und nach durchgesetzt werden, so der Pfarrdechant. „Seien sie kreativ, kritisch und mutig für neue Dinge“, gab Pastor Olaf Loer den Arbeitsgruppen als Tipp mit. Im Herbst wird es eine weitere Liturgiewerkstatt geben.

W. Leskovsek


Einige Teilnehmer der Liturgiewerkstatt PV Reckenberg betrachten zusammen mit Pfarrdechant Reinhard Edeler die Themenwand, wo Schulnoten für die verschiedenen Aspekte der Liturgie vergeben und anschließend diskutiert wurden.