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Ehemaliges Dekanatsbüro ist Geschichte

Kirchplatz Nummer 4 wurde abgerissen

W. Leskovsek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht ganz so wie ursprünglich geplant, im Herbst 2018, sondern erst jetzt wurde das alte Backsteinhaus am Kirchplatz 4 dem Erdboden gleichgemacht. Den Abriss des alten Hauses hatte man bewusst verschoben, weil erst die Baustelle Kirche abgeschlossen sein sollte. Abgerissen hat man genau jetzt wegen der Flugzeit der Fledermäuse, die ab dem 28. Februar wiederbeginnt. Im Dachstuhl hat man aber auch keine Hinweise auf Fledermäuse gefunden.

Ganz sanft ging das Abbruchunternehmen Landwehr vor. Hier und da knacken ein paar Balken und es staubt ein wenig. Vorsichtig frisst sich der Bagger von der Hinterseite aus durch das markante rote Gebäude und knabbert nach und nach Stücke aus den Wänden. Binnen zwei Tagen waren nur noch einige gut sortierte Berge mit Bauschutt, Balken, Fenstern und Blech übrig. Kirchplatz Nummer vier ist Vergangenheit. Aber nicht für lange.

Das Haus war in die Jahre gekommen und man hätte es trotz Umbau nicht so umgestalten können, dass es den Bedürfnissen der heutigen Zeit gerecht würde. Alleine schon der hohe Eingang ist nicht gerade das, was man als barrierefrei hätte bezeichnen können.

Es soll ein neues zentrales Verwaltungsgebäude des Pastoralverbundes Reckenberg entstehen, indem die komplette Verwaltung, das Archiv aller Gemeinden und das Kontaktbüro für St. Aegidius untergebracht wird.

Kalkuliert ist das neue Verwaltungsgebäude mit 1,6 Millionen Euro, sagte der Pfarrdechant. 90 Prozent dieser Summe bezuschusst das Erzbistum Paderborn. Die verbleibenden 10 Prozent bezahlen die vier Kirchengemeinden des Pastoralverbundes, anteilig nach der Zahl ihrer Mitglieder.

Derzeit laufen die Submissionen des Architekturbüros „Ballhorn, Wewer, Karhoff“ aus Paderborn. Im Juni findet eine Verwaltungsratssitzung in Paderborn statt und danach kann es hoffentlich aktiv los gehen. Auf die Baugenehmigung wartet Edeler derzeit noch, doch „das sollte jetzt in Kürze passieren“, ist er zuversichtlich. Vor vier Monaten hat er sie bei der Stadt eingereicht. Aus den Kirchenvorständen wurden in den letzten Wochen Vorschläge für Handwerker aus der Region gemacht, die der Architekt bei den Ausschreibungen berücksichtigen will. Im Zuge des Neubaus soll auch das Pfarrhaus durchrenoviert werden. Das bezuschusst Paderborn mit 90 Prozent. Zwei Geistliche werden dort wohnen. Der Pfarrdechant zieht in die Erdgeschosswohnung, einer der beiden Pastöre bezieht die obere Wohnung. Da die obere Wohnung vor einigen Jahren bereits renoviert wurde, gibt es dort nicht mehr viel zu tun. Unten muss aus den Büro- und Besprechungsräumen eine Wohnung gestaltet werden. Mit einer Gesamtfertigstellung rechnet der Pfarrdechant im Sommer 2022. Jetzt ist er erst mal froh, dass es vorwärts geht.