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Kirchenführung St. Vit als Video

Gertrud Meyer weiß so manche Anekdote zu erzählen

Gerne erzählt Kirchenführerin Gertrud Meyer Kindern die Geschichte vom Heiligen Joachim, der als Figur in der St. Vitus Kirche hängt. Am liebsten erzählt sie es aber den Kommunionkindern im Rahmen einer persönlichen Führung. Sie staunen nämlich nicht schlecht, wenn sie hören, dass Joachim der Opa von Jesus ist. Das Jesus genau wie sie auch einen Opa hatte, dass hätten sie nicht gedacht. Für die Kommunionkinder ist die Erforschung des Kirchenraumes sehr wichtig, weil sie durch die erzählten Geschichten und die ein wenig lebendig werden lassenden Heiligen vieles abspeichern. „Das verbindet die Mädchen und Jungen mit ihrer Heimatgemeinde über lange Zeit“, ist sich die 84-Jährige sicher. Sie hat nie versucht, die Besucher mit Zahlen und Daten zu belasten, sondern vielmehr mit den kleinen Geschichten, die hinter den Figuren und Bildern stecken.

Doch diese Führungen sowie Gruppenstunden, Weggottesdienste und Ausflüge, die sonst ganz selbstverständlich zur Kommunionvorbereitung gehörten, finden nicht statt. W. Leskovsek

Gemeindereferentin Claudia Becker hat lange überlegt, wie man diese Lücken am besten füllen kann. Regelmäßig bekommen die Kinder Taschen mit Arbeitsmaterial von ihr. Doch so ganz zufrieden ist sie damit nicht, weil es alles sehr unpersönlich ist. Nikolas Geurten ist im Pfarrgemeinderat aktiv und fit an der Videokamera. So entstand die Idee, die Kirchenführung für die Kinder statt persönlich ersatzweise als kleines Filmchen zu gestalten. Der Film ist fertig und kann unter http://stvit.de/pgr/kirche angesehen werden. Claudia Becker ist froh, dass ihre Idee so gut umgesetzt werden konnte und dass die Kinder diese kleine Kirchenführung nun zusammen mit ihren Eltern zuhause erleben können. Sie hat passend zum Video Arbeitszettel erarbeitet. Wer mag, kann auf Anfrage auch in die Kirche gehen, um die angesprochenen Dinge direkt und live noch einmal anzuschauen. Becker kann sich gut vorstellen, dass der kurzweilige Film ihr auch später im Religionsunterricht noch hilfreich sein kann.

Zur Kirchenführung gehört die Geschichte der Kirche, wann sie gebaut wurde und warum sie erst 1913 einen Turm bekam. Vorher stand vor dem Eingang eine dreistöckige Linde, in der Glocken angebracht waren. Deshalb ist die Linde auch bis heute das Wahrzeichen der Pfarrgemeinde geblieben und taucht auf Fahnen, Schildern und in Illustrationen auf. Auch auf dem Rasen vor der Südseite des Kirchenschiffes ist

 

 

 

 

 

heute noch eine üppige Linde zu sehen. Meyer erklärt die Geschichte des Heiligen Vitus, der zu Tode gefoltert worden sein soll und was auf dem Gemälde im Altar zu sehen ist. Auf dem Bild hat Jesus ein Winkelmesser in der Hand. „Das soll uns nichts anderes sagen, als das wir damals wie heute den Eltern zur Hand gehen müssen“, erklärt Gertrud Meyer. Dabei sagt sie den Kindern gerne, dass sie auch mal den Müll rausbringen können, beim Gemüseputzen oder mal im Garten helfen können. 

Obgleich Meyer schon ein stolzes Alter erreicht hat, nimmt sie diese Aufgabe gerne wahr. „Das hält mich körperlich und geistig fit,“, meint sie. Die Kinder sind von ihr und ihrer Art zu erzählen auf jeden Fall angetan. Besonders wenn sie am Ende noch das Vitusgebet auf Plattdeutsch spricht, sind alle aus dem Häuschen. Daraus ist auch schon mal mehr entstanden. Vor zwei Jahren wollten einige Kinder unbedingt Plattdeutsch lernen und haben mit Meyer eine Theatergruppe gegründet. Leider kam es aufgrund der Pandemie nicht mehr zur geplanten Aufführung.